Sterbebegleitung

Durch meine Ausbildung zur Hospizhelferin und der anschließenden Ehrenamtsarbeit durfte ich vielfältige Erfahrungen sammeln, die mich mit großer Liebe und Demut dem Leben gegenüber erfüllen. Jede Begleitung gestaltet sich individuell und anders.

Vor einigen Jahren wurde ich zu einer Dame im Heim gerufen, ich kannte sie nicht. Eine verbale Kommunikation war nicht mehr möglich. Dennoch habe ich bei einer Sitzwache wahrgenommen was auf der anderen Seite geschieht. Ihre Seelenfamilie wartete schon in großer Vorfreude auf ihr Heimkommen. Sie bereiteten ein Fest vor. Die Dame spürte hier auf der physischen Ebene nichts davon. Sie ging gemäß ihres Planes und ihrem Leben auch durch ihr Sterben. Ich habe hinter den Vorhang geschaut. Das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Eine andere Dame bekam wegen Schmerzen starke Medikamente. Als sie starb ist ihre Seele einige Stunden im Körper liegen geblieben. Durch die Ruhigstellung des Körpers durch die Medikamente brauchte auch die Seele die Zeit sich zu orientieren, Klarheit zu erlangen. Die Dame war sehr sanft in ihrem Wesen, es tat der Seele gut im Körper zu verweilen. Die Familie hat sie noch ca. 25 Stunden zu Hause belassen um sich zu verabschieden. Diese Zeit brauchte auch die Seele der Frau, um ihren Weg ins Licht zu gehen.

Eine Begleitung im Februar vor einigen Jahren war eine sehr intensive Erfahrung für mich. Eine 40jährige Frau mit einem Carzinom, einem Ehemann und zwei Kindern von 9 und 14 Jahren. Sie hat so sehr gekämpft. Einige lange und intensive Gespräche sind vorangegangen, da sie sich erst zum Ende dem Thema Sterben stellte. Ihre Angst war nach dem Sterben im Nichts zu sein. Vor einer Wand zu stehen, in der Dunkelheit. Das größte Geschenk lag darin, dass sie ins Licht gegangen ist. Danke, Ramona.

Ich begleite Sie gerne durch diese schwierige Zeit, ob Sie selbst das Gespräch suchen oder für einen Angehörigen da sein wollen. Meine Aufgabe ist es zu schauen was gerade gebraucht wird, wo jeder steht. Unsicherheit und das Gefühl, alles richtig machen zu wollen, wie auch Ängste, begleiten diesen Abschnitt. Durch Gespräche oder ein Da – Sein und Unterstützung können sie in Kraft und Stärke oder in das Gefühl des nicht allein seins gewandelt werden.

Die Begleitung beinhaltet auf der einen Seite, zu schauen was jetzt gebraucht wird – um z.B. Abschied zu nehmen, sich den Gefühlen zu stellen, Schuldgefühlen vorzubeugen oder bestehende aufzuarbeiten. Gleichzeitig ist zu schauen ob es noch “Anhaftungen” gibt, die den Sterbenden nicht gehen lassen. Ziel ist, ins Licht zu gehen – drüben anzukommen – ohne Umweg.

Diese Begleitung kann auch über die Ferne stattfinden.

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